Das Mantelzell-Lymphom (MCL) ist eine maligne Erkrankung des lymphatischen Systems – also jener Gefäße, Organe und Zellen, die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind. Damit ist das Mantelzell-Lymphom eine von rund 40 verschiedenen Krebserkrankungen, die als „maligne Lymphome“ zusammengefasst werden. Das Mantelzell-Lymphom wird zu den hochmalignen (= aggressiven) Non-Hodgkin-Lymphomen gezählt, da die Erkrankung bei rund 80 Prozent der Patienten sehr schnell voranschreitet und umgehend behandelt werden muss. Bei rund 10-15 Prozent der Patienten verläuft die Erkrankung dagegen eher langsam (= indolent).

Häufigkeit & Ursache

In Europa und Nordamerika erkranken jedes Jahr etwa 1 bis 2 von 100.000 Menschen neu an einem Mantelzell-Lymphom - das sind in Deutschland etwa 1.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Ein Mantelzell-Lymphom entsteht, indem sich die Erbinformation einer einzigen lymphatischen Zelle bei der Zellteilung fehlerhaft verändert. Durch diesen Fehler verliert die Zelle ihre eigentliche Funktion und beginnt, sich ungebremst zu vermehren. Die genaue Ursache des Mantelzell-Lymphoms und wie es zur Entstehung dieser Krankheit kommt, ist nicht zweifelsfrei geklärt.

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Symptome

Wie die meisten Lymphome verursacht auch das Mantelzell-Lymphom selten typische Beschwerden. Aufgrund der starken Ansammlung von Tumorzellen in den Lymphknoten oder in der Milz sind diese meist vergrößert. Da sie aber nicht druckempfindlich sind oder schmerzen, werden sie oft erst spät entdeckt, zum Beispiel wenn sie auf andere Organe drücken, sichtbar hervortreten oder ertastet werden können. Wird das Mantelzell-Lymphom nicht behandelt, behindern die MCL-Zellen die Arbeit der betroffenen Organe. Der Befall des Knochenmarks führt zum Beispiel zu einer Verminderung der normalen Blutbildung sowie zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems. Der Körper wird geschwächt, ausgezehrt und ist anfällig für Infektionen.

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Diagnose

Da einige Formen des Mantelzell-Lymphoms anderen Lymphom-Erkrankungen ähneln, aber jedes Lymphom anders behandelt werden muss, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich, um eine sichere Diagnose zu erhalten.

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Histologie
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Stadien & Risikofaktoren

Beim klassischen Typ des Mantelzell-Lymphoms, der bei etwa 80 Prozent der Patienten vorkommt, handelt es sich um kleine bis mittelgroße Zellen mit unregelmäßigen Zellkernen, die in ihrer Mitte eine Kerbe aufweisen. Es gibt jedoch auch MCL-Varianten, die anderen Lymphomtypen sehr ähnlich sind, z.B. der Chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) oder dem Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom.

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Therapie

Zur Behandlung von Mantelzell-Lymphomen gibt es eine Reihe verschiedener Therapiemöglichkeiten, die abhängig vom Alter des Patienten und von seinem Allgemeinzustand zum Einsatz kommen können. Bei der Therapie der Mantelzell-Lymphome haben die Wissenschaftler in den letzten Jahren wichtige Fortschritte erzielen können. In den fortgeschrittenen Stadien kann die Erkrankung durch eine medikamentöse Therapie meist über viele Jahre zurückgedrängt werden. Bei einem Großteil der Patienten wird allerdings oft ein Rückfall der Erkrankung beobachtet. Aussicht auf komplette Heilung besteht häufig nur nach einer allogenen Stammzelltransplantation.

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Nebenwirkungen & Spätfolgen

Für alle beschriebenen Therapiemöglichkeiten gilt die Regel: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Bestrahlungen, chemotherapeutische Wirkstoffe, Antikörper, neuere Medikamente und Stammzelltransplantationen haben neben der erwünschten Zerstörung oder Hemmung der Tumorzellen auch Auswirkungen auf gesunde Zellen, Gewebestrukturen oder Organe. Dabei unterscheidet man zwischen den akuten Nebenwirkungen, die während oder unmittelbar nach der Behandlung auftreten, und den Spätfolgen einer Behandlung. Während sich die akuten Nebenwirkungen meist in einem überschaubaren Zeitrahmen zurückbilden oder durch geeignete Maßnahmen während der Behandlung vermieden oder reduziert werden können, treten Spätfolgen oft erst Jahre nach der Behandlung auf.

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Nachsorge

Für alle Patienten beginnt nach der Therapie ein engmaschiges Nachsorgeprogramm. Da Mantelzell-Lymphome durch gegenwärtige Therapien meist nur für eine bestimmte Zeit zurückgedrängt werden können, sollte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, ob die Krankheit zurückgekehrt ist.

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Ausblick

Der Krankheitsverlauf jedes einzelnen Patienten ist von persönlichen Voraussetzungen abhängig. In vielen Fällen gelingt es, das Voranschreiten des Mantelzell-Lymphoms über etliche Jahre zurückzudrängen. Im Rahmen klinischer Therapiestudien wird ständig an einer Weiterentwicklung bestehender Therapieansätze gearbeitet.

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Literatur

Die genannte Literatur ist Grundlage für diesen Artikel und enthält weiterführende Informationen zum Thema.

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