Die Symptome des Morbus Waldenström lassen sich in zwei Gruppen einteilen: solche, die durch das Lymphom selbst verursacht werden, und solche, die durch die „falschen" Antikörper entstehen.
Symptome durch das Lymphom: Bei 70 Prozent der Betroffenen sind Müdigkeit und Leistungsschwäche die häufigsten Krankheitszeichen. Sie entstehen, weil die Lymphomzellen die normale Blutbildung im Knochenmark unterdrücken, wodurch insbesondere die roten Blutzellen (Erythrozyten) verdrängt werden können. Ein Mangel an weißen Blutzellen (Leukozyten) führt bei rund 30 Prozent der Patient:innen zu häufigeren Infekten. Seltener – bei etwa 10 Prozent – kommt es durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) zu einer erhöhten Blutungsneigung mit Blutergüssen und kleinen, flohstichartigen Hauteinblutungen.
Einige Patient:innen entwickeln sogenannte B-Symptome:
- Fieber über 38,5 °C ohne erkennbare Ursache
- ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten
- nächtliches Schwitzen, typischerweise zwischen zwei und fünf Uhr morgens
Ein Teil der Betroffenen bemerkt zudem schmerzlose Vergrößerungen von Lymphknoten, Leber oder Milz.
Symptome durch die „falschen" Antikörper: Wie bereits erwähnt, ist die Produktion funktionsgestörter Antikörper ein Kennzeichen des Morbus Waldenström. Werden davon große Mengen gebildet, kann sich das Blut verdicken – man spricht dann vom sogenannten Hyperviskositätssyndrom. Typische Anzeichen dafür sind Schwindel, Kopfschmerzen sowie Seh- oder Hörstörungen. Darüber hinaus können sich die „falschen" Antikörper gegen körpereigene Nerven richten und Nervenschmerzen auslösen, oder körpereigene Gerinnungsfaktoren blockieren und dadurch die Blutungsneigung zusätzlich verstärken.