Von einem primären ZNS-Lymphom spricht man, wenn diese Zellanhäufungen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose auf das zentrale Nervensystem begrenzt sind. Etwa 95% der primären Lymphome des zentralen Nervensystems sind aggressive, schnell wachsende B-Zell-Lymphome vom Typ des diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL). Andere B-Zell-Lymphome und T-Zell-Lymphome treten dagegen im ZNS sehr selten auf. 

PZNSL sind als reife B-Zell-Lymphome durch die Expression von CD20- und CD79a-Oberflächenmarker charakterisiert. Typisch ist eine hohe Proliferationsrate (Ki-67-Index > 70 %). Zudem exprimieren die Tumorzellen Keimzentrumsmarker (BCL6 sowie MUM1/IRF4) und weisen eine Leitkettenrestriktion sowie eine IgM-Expression auf. Nicht vorhanden sind dagegen Plasmazellmarker (CD38, CD138) und IgG-Expressionen. Durch die Aktivierung des B-Zell-Rezeptors, des „toll like“-Rezeptors und des NF-κB-Signaltransduktionsweg wird die Proliferation der Lymphomzellen anregt und ihre Apoptose verhindert.

Bei einem sekundären ZNS-Lymphom handelt es sich um Absiedlungen bzw. um einen Befall des zentralen Nervensystems durch ein fortgeschrittenes Lymphom, das zuvor oder zeitgleich außerhalb des ZNS aufgetreten ist, zum Beispiel in den Lymphknoten am Hals oder im Brust- bzw. Bauchraum. Da sekundäre ZNS-Lymphome immer im Zusammenhang der Ersterkrankung behandelt werden, beziehen sich die Informationen auf diesen Seiten ausschließlich auf das primäre ZNS-Lymphom.