Anamnese und körperliche Untersuchung

Anamnese

Unter Anamnese versteht man die Erfragung der Krankengeschichte. Der Patient wird über Art, Beginn und Verlauf seiner aktuellen Beschwerden befragt. Darüber hinaus wird nach den Lebensumständen und Vorerkrankungen des Patienten gefragt, um eventuelle Risikofaktoren für die aktuellen Beschwerden aufdecken zu können. Bei Verdacht auf ein malignes Lymphom ist insbesondere die Frage nach dem Bestehen einer B-Symptomatik von großer Bedeutung.

Körperliche Untersuchung

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung (Messung von Blutdruck und Puls, Abhören der Lunge usw.) sollte beim Verdacht auf eine Lymphom-Erkrankung besonderer Wert auf die Suche nach tastbar vergrößerten Lymphknoten gelegt werden. Ebenso ist eine manuelle Untersuchung von Leber und Milz von Bedeutung, da diese Organe häufig (mit)befallen und dann vergrößert sind (Hepato-Splenomegalie). Auch die labordiagnostische Untersuchung des Blutes ist im Rahmen der Bestimmung des Stadiums der Erkrankung (Staging) unerlässlich.

 

Bildgebende Verfahren

Computertomographie (CT)

Die Computertomografie ist ein bildgebendes, röntgendiagnostisches Verfahren, bei dem der menschliche Körper in einem Aufnahmeverfahren Schicht für Schicht durchstrahlt wird. Computer setzen die einzelnen Querschichtaufnahmen zu einem Bild zusammen. So wird die Darstellung der Weichteilstrukturen des Körpers ermöglicht und es werden minimale Dichteunterschiede z.B. aufgrund von Gewebeveränderungen oder Tumoren entdeckt. Die Aufnahmen werden in einer schnell rotierenden Röntgenröhre mit einem etwa bleistiftstarken Strahlenbündel gemacht. Die CT hat in der Röntgendiagnostik eine Reihe invasiver (in den Körper eingreifenden) Verfahren weitgehend verdrängt.

Sonografie (Ultraschalldiagnostik)

Dieses bildgebende Diagnoseverfahren verwendet Ultraschall (1-10 MHz) nach dem Echographie-Prinzip, um die inneren Organe darzustellen und ist Standard in der Lymphom-Diagnostik. Vor allem die Bauchorgane und die Halsweichteile sind durch diese Untersuchung gut zu beurteilen. Man kann durch sie besonders im Fall von Leber und Milz wichtige ergänzende Befunde zur CT erheben. Im Gegensatz zum Röntgen oder der CT liegt hier keine Strahlenbelastung vor.

Röntgen des Brustkorbs

Auf einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax) lassen sich insbesondere Herz und Lungen beurteilen. Eine ausgedehnte Mitbeteiligung der Lunge, Ergüsse und große Mediastinaltumoren kann man auf der Röntgenaufnahme des Thorax erkennen. Zu einer detaillierteren Erfassung der Tumorausdehnung im Brustkorb ist eine Computertomographie (CT) notwendig. Dennoch gehört das Röntgen des Thorax zur obligaten Diagnostik, da durch diese Untersuchung bestimmt wird, ob der Risikofaktor "großer Mediastinaltumor" vorliegt.

Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist, wie auch die CT oder Magnetresonanztomographie, eine Schnittbilduntersuchung. Dabei werden nicht einzelne Organe, sondern der Stoffwechsel von verschiedenen Geweben des Körpers sichtbar gemacht.

In der Tumordiagnostik wird dazu typischerweise ein mit sehr gering radioaktivem Fluor markierter Zucker (FDG) als sogenannter "FDG Tracer" verwendet. Er wird dem Patienten durch eine Spritze in die Vene verabreicht. Dieser markierte Zucker wird im Körper fast genau wie normaler Zucker umgesetzt, jedoch kann der Verbrauch durch eine spezielle PET-Kamera von außen sichtbar gemacht werden. Zellen mit einem starken Stoffwechsel, wie zum Beispiel Tumorzellen, haben meist einen hohen Zuckerumsatz und geben daher ein starkes Signal im von der PET-Kamera erstellten Bild.

Dadurch ist es möglich, Tumorgewebe besser von gesundem Gewebe zu unterscheiden. In Abhängigkeit vom Behandlungskonzept kann die PET bei der initialen Stadieneinteilung, während der Chemotherapie zum Therapiemonitoring, nach Abschluss der Chemotherapie zur Therapiekontrolle oder bei begründetem Rezidivverdacht eingesetzt werden. Klinische Studien haben den prognostischen Wert der PET im Therapiemonitoring und in der Therapiekontrollee gezeigt.

Die Individualisierung der Therapie ist aktuell eines der Hauptziele in der Hämato-Onkologie. Die GHSG untersucht deshalb in laufenden Studien, ob eine Verringerung oder eine Intensivierung der Therapie aufgrund des Therapiemonitorings mittels PET zur Behandlungsstratifizierung beitragen kann.

 

Weitere Verfahren

Knochenmarkpunktion / Knochenmarkbiopsie

Eine Knochenmarkpunktion dient der Diagnose von Erkrankungen und deren Ausbreitung im Knochenmark und dem blutbildenden System. Nach einer örtlichen Betäubung erfolgt mittels einer Spezialkanüle eine Punktion des Markraumes platter Knochen (z.B. Brustbein, Beckenkamm). Dies dient der Gewebeentnahme im Rahmen einer Biopsie des Knochens bzw. des Knochenmarks.

Die Knochenmark-Stanze/-Biopsie wird zur Prüfung herangezogen, ob ein Befall durch das Hodgkin Lymphom und somit ein Stadium IV vorliegt.