Lymphombefall im ZNS ist insgesamt selten, die Inzidenz beträgt entsprechend diverser retrospektiver Studien etwa 5%, kann jedoch abhängig von Histologie und Risikokollektiv bis zu 26% betragen (Alvarnas et al, 2000; Colocci et al, 2004; Feugier et al, 2004; Kasamon et al, 2005; van Besien et al, 1998; Williams et al, 1994a; Hollender et al, 2002; Keldsen et al, 1996; Bishop et al, 1999; Liang et al, 1990; Montserrat et al, 1996).

ZNS-Rezidive aggressiver Lymphome treten überwiegend im ersten Jahr nach Diagnosestellung auf und manifestieren sich zumeist in einem meningealen oder parenchymalen Befall (Kasamon et al, 2005; van Besien et al, 1998), während ein kombinierter Befall beider Kompartimente eher seltener ist (Haioun et al, 2000; Hollender et al, 2002; Tilly et al, 2003; van Besien et al, 1998). Die Angaben zur Häufigkeit eines gleichzeitigen systemischen Rezidives bzw. Progresses variieren (Alvarnas et al, 2000; Bokstein et al, 2002; Bollen et al, 1997; Colocci et al, 2004; van Besien et al, 1998; Feugier et al, 2004; Johnson et al, 1984). Die Prognose gilt als sehr ungünstig mit medianen Überlebenszeiten von unter 6 Monaten. Die optimale Therapie ist bisher nicht etabliert. Zur Verfügung stehen Bestrahlung, intrathekale Therapie sowie systemische Chemotherapie.

Das primäre Ziel der Arbeitsgruppe ZNS-Lymphome der Charité Universitätsmedizin, welche die Projekte der G-PCNSL-SG übernommen hat, ist die Optimierung der Therapie durch klinische und wissenschaftliche Studien.

Aktuell

Prospektive Beobachtungsstudie zur Behandlungspraxis des ZNS-Befalls maligner Lymphome in der klinischen Routine (SZNSL Register)

Projektleitung: Dr. med. Stefan Habringer

Rekrutierungszeitraum: seit Juli 2011

Patientenzahl: 231 (Stand 02/2019)

Teilnehmende Zentren: 45 (Stand 02/2019)

Beobachtungsziel: Ziel der Beobachtung ist die Erfassung und Dokumentation von Daten zu Behandlungsstrategien bei SZNSL in der klinischen Routine, unabhängig davon, ob diese im Rahmen von klinischen Studien oder außerhalb von Studien gewonnen werden. Mit der Durchführung der Beobachtungsstudie/Registerstudie ist keine Intervention hinsichtlich Auswahl und Durchführung des konkreten Therapieschemas, Diagnostik und Untersuchungsfrequenz während und nach der Behandlung verbunden. Die Patienten werden um Ihre Zustimmung zu eventuell später folgenden wissenschaftlichen Untersuchungen am Gewebe (Blut, Tumorgewebe und ggf. daraus entnommenem genetischen Material), sofern für die Diagnosestellung nicht mehr benötigt, gebeten.

Kontakt & Ansprechpartner


Arbeitsgruppe ZNS-Lymphome
Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin
Tel.: 030 - 450 513447, Fax: 030 - 8445 2896

Leitung Arbeitsgruppe ZNS-Lymphome

Prof. Dr. med. Ulrich Keller
ulrich.keller@charite.de

Dr. med. Stefan Habringer
stefan.habringer@charite.de

Weitere Mitglieder Arbeitsgruppe ZNS-Lymphome

Prof. Dr. med. Stephan Mathas
stephan.mathas@charite.de